DOOH: der komplette Guide.Formate, Umfelder, Wirkung, Kostenlogik und Messung: digitale Außenwerbung verständlich erklärt.

DOOH (Digital Out-of-Home) ist digitale Außenwerbung: Werbung auf vernetzten Screens im öffentlichen Raum, vom digitalen City-Light-Poster bis zur Riesen-LED an der Hauptverkehrsader. Anders als beim gedruckten Plakat ist das Motiv Software. Es lässt sich nach Tageszeit, Wetter oder Standort steuern und kurzfristig austauschen.
In diesem Guide findest du alles, was du für Einstieg und Planung brauchst: die Formate, die Umfelder, die Wirkungsdaten, die Kostenlogik, die Messung und den Ablauf einer Kampagne, so wie wir ihn als Agentur täglich umsetzen.
Was ist DOOH?
Digital Out-of-Home bezeichnet alle digitalen Werbeflächen außerhalb der eigenen vier Wände: Screens an Bahnhöfen und Flughäfen, digitale City-Light-Poster an Straßen und Haltestellen, Videowalls in Einkaufszentren, Displays im Fitnessstudio oder am Point of Sale. Die Werbebotschaft wird nicht geklebt, sondern digital ausgespielt, zentral gesteuert und in Sekunden aktualisiert.
Das klingt zunächst nach einem technischen Detail, verändert aber die Logik des Mediums. Ein gedrucktes Plakat bucht Fläche und Zeitraum. DOOH bucht Ausspielungen: definierte Spots auf definierten Screens zu definierten Bedingungen. Daraus ergeben sich drei Eigenschaften, die klassisches OOH nicht hat:
- Flexibilität. Motive lassen sich ohne Druck und Plakatierung austauschen, auch während der Laufzeit.
- Steuerbarkeit. Ausspielung nach Tageszeit, Wochentag, Wetter oder Live-Daten statt starrer Dauerpräsenz.
- Bewegtbild. Animierte Motive ziehen den Blick, gerade in Wartesituationen wie am Bahnsteig oder im Aufzug. Digitale Screens erzielen 63 % längere Blickzeiten und 50 % mehr Blick-Fixierungen als statische Flächen (Ocean Neuroscience, 2023).
DOOH vs. klassisches OOH: der Unterschied kompakt
Beides ist Außenwerbung, beides erreicht Menschen im öffentlichen Raum, ohne Login und ohne Opt-out. Der Unterschied liegt in der Steuerbarkeit, und er zieht sich durch alle Planungs-Entscheidungen:
Kriterium | Klassisches OOH | DOOH |
Motiv | gedruckt, fix für die Laufzeit | digital, jederzeit austauschbar |
Buchungseinheit | Fläche und Zeitraum, üblich pro Dekade (rund 10–11 Tage) | Spots im Werbeloop, Zeitfenster, auch programmatisch pro Ausspielung |
Vorlauf | länger: Druck und Plakatierung brauchen Zeit | kürzer: Motiv hochladen statt kleben, kurzfristige Starts möglich |
Steuerung | Standortwahl | Standort plus Tageszeit, Wetter, Live-Daten, Trigger |
Kreation | ein statisches Motiv | Bewegtbild und Motiv-Varianten je Kontext |
Messung | Reichweiten-Modellierung (in DE: ma OOH) | zusätzlich Ausspielungs-Reporting je Spot und Screen |
Stärke | Dauerpräsenz, ikonische Einzellagen | Aktualität, Kontext, Bewegtbild |
Wichtig: Das ist keine Entweder-oder-Frage. Viele starke Kampagnen kombinieren die Dauerpräsenz klassischer Flächen mit der Flexibilität digitaler Screens. Wann sich welches Medium lohnt, hängt vom Ziel ab, nicht vom Medium selbst.
Die DOOH-Formate im Überblick
Der deutsche DOOH-Markt besteht aus einigen klar unterscheidbaren Format-Familien. Die Namen variieren je nach Vermarkter, die Logik dahinter nicht:
Format | Typischer Ort | Kontaktsituation | Planungs-Charakter |
Digitales City-Light-Poster (DCLP) | Fußgängerzonen, Haltestellen | Sekunden im Vorbeigehen, Augenhöhe | Standard-Netzformat, Reichweite in der Breite |
Public Video / Station Video | Bahnhöfe, U-Bahn-Stationen | Minuten in echter Wartesituation | Bewegtbild mit langer Betrachtungszeit |
Riesen-LED / Video-Boards | Hauptverkehrsadern, Plätze, Fassaden | wiederkehrend im Verkehrsfluss | maximale Präsenz, Landmark-Charakter, Einzelbuchung |
Mall-Video / Infoscreens | Einkaufszentren | Verweilzeit im Einkaufsmodus | kaufnahes Umfeld |
Digitale Screens am POS | Handel, Tankstellen, Kioske | letzte Meter vor der Kaufentscheidung | Abverkaufs-Fokus |
Interaktive Screens | Innenstädte, Malls, Events | aktive Beschäftigung statt Vorbeigehen | Touch-, Kamera- oder Sensor-Interaktion |
Sonderformate wie LED-Spheres | Einzellagen, Events | bewusstes Hinsehen statt Vorbeigehen | 360-Grad-Bespielung, hohe Erinnerungswirkung |
Für die Planung zählt weniger der Formatname als drei Fragen: Wie lange schauen Menschen dort hin (Sekunden im Vorbeigehen oder Minuten am Bahnsteig)? Wie nah ist der Screen an einer Entscheidung (Innenstadt vs. POS)? Und trägt das Umfeld die Marke (Premium-Lage vs. Frequenz-Lage)?
Vertiefungen zu einzelnen Formaten: interaktive DOOH-Werbung, LED-Sphere und programmatic DOOH.
Wo DOOH wirkt: die Umfelder
DOOH wird in konkreten Umfeldern gebucht. Jedes hat eine eigene Logik aus Zielgruppe, Verweildauer und Kontaktqualität:
Flughafen. Internationales, kaufkräftiges Publikum mit langen Wartezeiten. Stark für Marken-Positionierung, B2B-Botschaften und Premium-Produkte. Die Kontakte sind teurer, dafür in einem exklusiven, aufmerksamkeitsstarken Umfeld.
Bahnhof und ÖPNV. Hohe Frequenz, täglich wiederkehrende Pendler, echte Wartesituationen. Allein die rund 5.400 Bahnhöfe in Deutschland zählen etwa 20 Millionen Besucher pro Tag (DB InfraGO). Public-Video-Screens am Bahnsteig gehören zu den betrachtungsstärksten DOOH-Flächen überhaupt, weil das Publikum Zeit hat und Ablenkung sucht. Mehr dazu in unserem Guide zur Bahnhofswerbung.
Einkaufszentrum und POS. Die kürzeste Distanz zwischen Werbekontakt und Kaufentscheidung. Wer hier wirbt, erreicht Menschen im Einkaufsmodus. Für Abverkaufs-Kampagnen und Produkteinführungen oft das effizienteste Umfeld.
Straße und Stadtraum. Digitale City-Light-Poster und Video-Boards bauen Reichweite in der Breite auf. Hier entscheidet die Standortqualität: Frequenz, Sichtachse, Konkurrenzumfeld.
Fitnessstudio, Uni, Arztpraxis. Spitz geschnittene Umfelder für spitze Zielgruppen. Geringere Reichweite, dafür sehr klare Ansprache und wenig Streuverlust.
Passt DOOH zu deinem Ziel? Der Eignungs-Check
DOOH ist kein Selbstzweck. Ob es das richtige Medium ist, lässt sich an wenigen Fragen klären:
Deine Situation | DOOH-Eignung |
Botschaft ist zeitkritisch (Launch, Aktion, Event, Angebot) | hoch: kurzfristiger Start, Motivwechsel während der Laufzeit |
Relevanz hängt am Kontext (Tageszeit, Wetter, Ort, Anlass) | hoch: genau dafür ist die Aussteuerung gebaut |
Zielgruppe ist urban, mobil, pendelt | hoch: Bahnhof, ÖPNV und Innenstadt sind DOOH-Kernumfelder |
Ziel ist Abverkauf nahe am Regal | hoch: POS- und Mall-Screens verkürzen den Weg zur Entscheidung |
Mehrere Städte oder Motive gleichzeitig, ein Budget | hoch: ein Netz, zentrale Aussteuerung, Varianten statt Neudruck |
Ziel ist monatelange, ununterbrochene Marken-Präsenz an einem Ort | eher klassisch: die Dauerpräsenz einer gedruckten Großfläche ist hier oft effizienter |
Zielgebiet liegt außerhalb der Ballungsräume | prüfen: die digitale Screendichte ist dort begrenzt, klassisches Plakat bleibt das Reichweitenmedium |
Kurz gesagt: Je wichtiger Aktualität, Kontext und Flexibilität für deine Botschaft sind, desto stärker spielt DOOH. Je mehr es um dauerhafte, ortsfeste Präsenz geht, desto eher lohnt der Blick auf klassische Flächen oder die Kombination aus beidem.
Akzeptanz von Werbung nach Kanal
So wirkt DOOH: die Datenlage
Die Wirkungsforschung zu DOOH ist inzwischen belastbar, und sie fällt deutlich aus:
- Aktivierung: 76 % haben nach einem DOOH-Kontakt eine Handlung ausgeführt, und 74 % der Smartphone-Nutzer greifen nach dem Kontakt zum Gerät (OAAA/Harris, 2024). DOOH ist damit ein starker Zubringer für Search und Social.
- Aufmerksamkeit: Digitale Screens halten den Blick 63 % länger und erzielen 50 % mehr Fixierungen als statische Flächen (Ocean Neuroscience, 2023).
- Kontext-Effekt: Botschaften, die zu Ort und Moment passen, sind im Schnitt 17 % effektiver und erzielen 16 % mehr Sales-Uplift („The Moments of Truth“, dreistufige internationale Wirkungsstudie). Genau diese Kontext-Steuerung ist die Kernstärke von DOOH.
- Relevanz durch Aktualität: 86 % finden DOOH mit aktuellen Angeboten nützlich, 81 % bewerten wetterangepasste Werbung als relevant (OAAA/Harris, 2024).
- Performance im Kanalvergleich: Out-of-Home liefert auf Device-Ebene gemessen den doppelten Performance-Lift von TV und CTV (OAAA/Kochava, 2026).
- Fußfrequenz: Hyperlokal ausgesteuerte DOOH-Kampagnen nahe dem Point of Interest erzielten in einer US-Messung 9,31 % Behavioral Lift mit 227.000 zusätzlichen Store-Besuchen in einem Monat (Firefly/Foursquare, 2024).
- Frequenz zahlt sich aus: Retail-Daten über 15 Monate zeigen eine klare Kurve: Ein Werbekontakt führte bei rund 6,3 % der Erreichten zu einem Store-Besuch, drei Kontakte verdoppelten die Quote auf etwa 12,5 %, ab 14 Kontakten lag sie bei rund 25 % (OAAA, „Frequency of Exposure“). Für die Planung heißt das: Laufzeit und Wiederholung sind kein Nice-to-have, sondern ein Wirkungs-Hebel.
Und die ehrliche Gegenseite, denn kein Medium ist für alles richtig: DOOH-Kontakte sind kurz, im Vorbeigehen oft nur wenige Sekunden. Komplexe Botschaften funktionieren nicht, die Kreation muss auf einen Gedanken verdichtet sein. Ein statisches Großmotiv an einem ikonischen Einzelstandort kann eine Marke zudem stärker verankern als ein Spot in der Screen-Rotation. Und außerhalb der Ballungsräume ist die digitale Screendichte weiterhin begrenzt, dort bleibt klassisches Plakat das Reichweitenmedium.
Steuerung und Targeting: was DOOH von der Fläche unterscheidet
Die eigentliche Innovation von DOOH steckt in der Aussteuerung. Statt eine Fläche für zwei Wochen zu belegen, definierst du Bedingungen, unter denen deine Botschaft erscheint:
- Tageszeit und Wochentag: Frühstücksangebot morgens am Bahnhof, Feierabend-Botschaft ab 17 Uhr, Event-Hinweis am Wochenende.
- Wetter: Eiskaffee ab 25 Grad, Regenjacke bei Regenradar-Signal. Wetter-Trigger gehören zu den am besten belegten Relevanz-Hebeln (81 % Relevanz-Zustimmung, s. o.).
- Live-Daten: Countdowns, Spielstände, Abfahrtszeiten, Pollenflug. Alles, was sich als Datenfeed anbinden lässt, kann ein Motiv steuern. Wie schnell das gehen kann, hat die Telekom mit „Toralarm“ gezeigt: 117 EM-Tore, jeweils in drei bis fünf Minuten als fertiges Motiv auf über 5.500 Public-Video-Screens (invidis).
- Zielgruppen-Daten: Über Mobilitäts- und Frequenzdaten lassen sich Screens danach auswählen, welche Zielgruppe dort tatsächlich vorbeikommt, statt nach Bauchgefühl. Wie stark das filtert, zeigt ein Beispiel eines internationalen DOOH-Plattform-Anbieters: Aus einem Pool von 2.628 Screens blieben nach Audience-Daten-Filterung 767 übrig, mit deutlich höherer Zielgruppen-Konzentration (Anbieter-Fallstudie, 2024).
Die Königsdisziplin ist Programmatic DOOH (pDOOH): der automatisierte, datengesteuerte Einkauf von DOOH-Inventar in Echtzeit. Statt Screens fest zu buchen, kaufst du Ausspielungen nach Bedingungen ein. Der Markt dafür ist jung, wächst aber schnell: 2025 wurden weltweit 1,4 Milliarden US-Dollar programmatisch umgesetzt, rund 7 % des DOOH-Umsatzes, erstmals unabhängig validiert (PwC-auditiert) (WOO/PwC, 2026). Für die nächsten 18 Monate erwarten Einkäufer ein Plus von 44 %, und fast jede zweite Kampagne soll künftig eine pDOOH-Komponente enthalten (VIOOH State of the Nation, 2026).
Wie der programmatische Einkauf konkret funktioniert und wann er sich lohnt, zeigen wir auf unserer Seite zu programmatic DOOH.
Was ein gutes DOOH-Motiv ausmacht
Die beste Fläche verpufft mit dem falschen Motiv. DOOH-Kreation folgt anderen Regeln als Print oder Online, weil der Kontakt im Vorbeigehen passiert und der Screen mit dem Umfeld konkurriert. Die Regeln, die sich in unseren Kampagnen bewährt haben:
- Ein Gedanke pro Motiv. Wer zwei Botschaften unterbringen will, verliert beide. Headline, Bild, Marke, mehr braucht ein Spot nicht.
- Lesbar in Sekunden. Große Schrift, hoher Kontrast, kein Fließtext. Der Test: Motiv drei Sekunden zeigen, wegklicken, fragen, was hängen geblieben ist.
- Bewegung gezielt einsetzen. Bewegtbild zieht den Blick, aber ein kompletter Werbespot funktioniert auf der Straße nicht. Besser: eine Bewegung, die die Botschaft trägt, etwa ein Produkt, das ins Bild fällt.
- Marke früh und deutlich. Anders als im TV gibt es keine Garantie, dass jemand bis zur Auflösung zuschaut. Wer die Marke erst am Ende zeigt, verschenkt Kontakte.
- Den Kontext mitdenken. Ein Motiv, das auf Tageszeit, Wetter oder Standort Bezug nimmt, wirkt messbar stärker (siehe die 17 % aus der Kontext-Forschung oben). Genau dafür lohnen sich dynamische Motivvarianten.
Ein Sonderfall mit wachsender Aufmerksamkeit sind anamorphe 3D-Motive: Kreationen, die auf Riesen-LEDs einen räumlichen Effekt erzeugen und regelmäßig organische Reichweite über Social Media dazugewinnen, weil Passanten sie filmen und teilen. Wo 3D und Special Builds im großen Bild stehen, zeigt unser Überblick OOH-Trends 2026.
Was kostet DOOH? Die Preistreiber
Die häufigste Frage, und die einzige, die sich nicht mit einer Zahl beantworten lässt. Seriös lässt sich aber genau erklären, woraus sich der Preis zusammensetzt:
- Standort und Umfeld. Der mit Abstand größte Treiber. Eine Riesen-LED an einer Top-Verkehrsader kostet ein Vielfaches eines einzelnen Mall-Screens, weil Frequenz, Sichtbarkeit und Prestige eingepreist sind.
- Format und Fläche. Größe, Bewegtbild-Fähigkeit und Exklusivität des Formats (Einzelfläche vs. Netzbuchung) bestimmen die Preisklasse.
- Buchungsmodell. Klassische Flächen werden üblicherweise pro Dekade gebucht, also in Blöcken von rund 10 bis 11 Tagen. DOOH rechnet in Spots im Werbeloop: Du buchst einen Anteil an der Ausspielungszeit definierter Screens über einen Zeitraum. Programmatisch kommt eine dritte Logik dazu, der Einkauf pro Ausspielung nach Sichtkontakten, mit flexibel steuerbarem Budget.
- Laufzeit und Saison. Nachfragestarke Zeiträume und lange Laufzeiten verschieben den Preis, kurzfristige Restplätze können ihn senken.
- Kreation. Bewegtbild-Adaption und dynamische Motivvarianten kommen zum Mediaspend hinzu, sind aber, anders als Druck, wiederverwendbar und ohne Produktions-Neuauflage anpassbar.
Zwei praktische Effekte dieser Logik werden oft unterschätzt. Erstens die Einstiegsschwelle: Sie ist niedriger, als viele erwarten, weil du keine ganze Dekade auf einer Großfläche belegen musst, sondern Spots und Zeitfenster gezielt einkaufen kannst. Zweitens der Vorlauf: Ohne Druck und Plakatierung lässt sich eine DOOH-Kampagne deutlich kurzfristiger starten und während der Laufzeit anpassen. Wie viel Vorlauf konkret nötig ist, hängt vom Umfang ab, von der einzelnen Fläche bis zum städteübergreifenden Netz.
Was eine wirkungsvolle Kampagne für dein Ziel konkret kostet, rechnen wir dir transparent vor: DOOH-Kampagne anfragen.
Woran du den Erfolg misst: KPIs und Methoden
Messung ist der Punkt, an dem viele DOOH-Erklärungen aufhören. Dabei entscheidet sie darüber, ob aus der ersten Kampagne eine bessere zweite wird. Die Mess-Ebenen, von der Basis nach oben:
- Ausspielungs-Reporting. Die Grundlage: Welche Spots liefen wann auf welchen Screens? Bei DOOH ist das je Ausspielung dokumentierbar, ein struktureller Vorteil gegenüber der gedruckten Fläche.
- Reichweite und Kontakte. In Deutschland liefert die ma OOH der agma belastbare Reichweiten- und Frequenzwerte. Sie rechnet nicht mit Passanten-Zahlen, sondern mit Sichtkontakt-Faktoren, die Blickwinkel, Umfeld und konkurrierende Flächen berücksichtigen (agma, ma OOH).
- Verhaltens-Wirkung. Footfall- und Store-Visit-Messungen zeigen, ob exponierte Personen häufiger im Geschäft ankommen als eine Vergleichsgruppe (siehe den Firefly/Foursquare-Lift von 9,31 % oben). Dazu kommen Such- und Social-Uplift als digitale Spuren des Außenwerbe-Kontakts. Wie groß diese Spuren sein können, hat Comscore gezeigt: OOH stand für nur 4 % des untersuchten Media-Spends, löste aber 22 bis 29 % der gemessenen Search-, Social- und Website-Aktivität aus (Comscore, 2022).
- Marken-Wirkung. Befragungen vor und nach der Kampagne machen Awareness-, Recall- und Image-Effekte sichtbar, ergänzt um Attention-Messung auf Creative-Ebene.
Der wichtigste Praxis-Hinweis dazu: Lift-Messung muss vor dem Start designt werden. Baseline, Vergleichsgruppen und Tracking-Setup lassen sich nachträglich nicht erheben. Wer erst nach der Kampagne fragt „und, was hat es gebracht?“, bekommt bestenfalls Ausspielungs-Zahlen, aber keine Wirkungs-Antwort. Deshalb gehört die Messlogik in unser Kampagnen-Setup, nicht in die Nachbereitung: von Reichweiten-Planung über Geotargeting-basierte Footfall-Messung bis zu Vorher-Nachher-Befragungen und Attention-Metriken. Wie Aufmerksamkeit auf Creative-Ebene gemessen wird, steht in unserem Guide zur Aufmerksamkeitsmessung.
DOOH-Kampagne planen: so läuft es ab
Ziel und Zielgruppe schärfen
Awareness, Abverkauf, Store-Traffic oder Employer Branding? Das Ziel bestimmt Umfeld, Format und Messlogik, nicht umgekehrt.
Umfelder und Screens auswählen
Auf Basis von Frequenzdaten, Zielgruppen-Fit und Budget entsteht der Flächenplan: welche Screens, welche Städte, welche Zeitfenster.
Kreation fürs Medium bauen
Ein Gedanke pro Motiv, lesbar in Sekunden, Bewegung gezielt eingesetzt. Wir adaptieren bestehende Assets oder entwickeln DOOH-first.
Schalten und aussteuern
Klassisch gebucht oder programmatisch, mit Triggern für Tageszeit, Wetter oder Live-Daten. Während der Laufzeit lassen sich Motive und Gewichtung anpassen.
Messen und lernen
Mess-Design vor dem Start, Reporting während der Laufzeit, Learnings in die nächste Welle.
Der Unterschied zur reinen Plattform-Buchung: Als 360-Grad-Agentur planen wir DOOH nicht isoliert, sondern zusammen mit klassischem OOH, Mobile Media und Sonderformaten, dort, wo die Kombination mehr bringt als der einzelne Kanal.
Aus der Praxis: DOOH-Kampagnen von Echo Poster
air up, DOOH-Rollout Frankreich. Für die Trinksystem-Marke air up haben wir eine breit ausgerollte DOOH-Kampagne in Frankreich umgesetzt, ergänzt um Special Builds als aufmerksamkeitsstarkes Highlight. Die Kombination aus digitaler Reichweite in frequenzstarken Umfeldern und physischen Sonderbauten zeigt, wie DOOH als Rückgrat einer Markteinführung funktioniert: Die Screens tragen die Reichweite, die Sonderformate liefern den Gesprächsstoff.
Semrush, Hyper-Local-Targeting. Für die SEO-Plattform Semrush haben wir eine hyperlokal ausgesteuerte Kampagne umgesetzt: Flächen nicht nach Stadt, sondern nach den konkreten Orten ausgewählt, an denen sich die B2B-Zielgruppe tatsächlich bewegt. Das ist die Targeting-Logik aus diesem Guide in der Anwendung, und sie zeigt, warum die Umfeld- und Standort-Wahl vor der Reichweiten-Zahl kommt: Ein spitz gewählter Kontaktpunkt schlägt das breite Netz, wenn die Zielgruppe spitz ist.
Mehr umgesetzte Kampagnen findest du in unseren Projekten.
Wohin sich DOOH entwickelt
Drei Entwicklungen prägen den Markt aktuell, und alle drei zahlen auf dasselbe Ziel ein: mehr Steuerbarkeit, mehr Kontext, mehr Messbarkeit. Den vollständigen Jahres-Überblick mit allen Zahlen findest du in OOH-Trends 2026.
Programmatic wird Standard-Baustein. Der programmatische Anteil ist mit rund 7 % des DOOH-Umsatzes noch klein, wächst aber schneller als jeder andere Einkaufsweg. Fast jede zweite Kampagne soll in den nächsten Jahren eine pDOOH-Komponente enthalten (VIOOH State of the Nation, 2026). Für Werbetreibende heißt das vor allem: flexiblere Budgets und feinere Aussteuerung, ohne den klassischen Einkauf zu ersetzen.
Kreation wird dynamisch. Statt eines Motivs für alle Screens entstehen Varianten-Sets, die sich nach Standort, Tageszeit und Wetter zusammensetzen. Die Technik dafür existiert, der Engpass ist meist die Kreations-Planung. Wer Varianten von Anfang an mitdenkt, holt aus demselben Budget messbar mehr Relevanz.
Nachhaltigkeit wird Auswahlkriterium. Digitale Screens verbrauchen Strom, das gehört zur ehrlichen Bilanz des Mediums. Die Branche reagiert mit Ökostrom-Betrieb, effizienteren Panels und heruntergeregelter Helligkeit in Nebenzeiten. Bei der Vermarkter-Auswahl lässt sich das inzwischen aktiv anfragen und in die Flächenentscheidung einbeziehen.
The OOH Media-Planner's Report 2026
FAQ: die häufigsten Fragen zu DOOH
Was ist DOOH (Digital Out-of-Home)?
DOOH ist digitale Außenwerbung: Werbung auf vernetzten Screens im öffentlichen Raum, etwa an Bahnhöfen, in Einkaufszentren oder auf digitalen City-Light-Postern. Anders als beim gedruckten Plakat wird das Motiv digital ausgespielt und lässt sich nach Tageszeit, Wetter oder Standort steuern und jederzeit austauschen.
Was ist der Unterschied zwischen DOOH und OOH?
OOH ist der Oberbegriff für alle Außenwerbung, DOOH ihr digitaler Teil. Klassisches OOH zeigt ein gedrucktes Motiv fix für die Laufzeit, DOOH spielt digitale Motive aus, die sich steuern und austauschen lassen. Der Unterschied liegt weniger im Bewegtbild als in der Steuerbarkeit von Zeit, Ort und Kontext.
Was ist der Unterschied zwischen DOOH und Digital Signage?
Digital Signage bezeichnet die Screen-Infrastruktur selbst: Hardware und Software für digitale Anzeigen, auch für Speisekarten oder interne Kommunikation. DOOH ist der Werbe-Anwendungsfall darauf, also bezahlte Kampagnen auf öffentlich zugänglichen Screens, die über Vermarkter buchbar sind. Jede DOOH-Fläche nutzt Digital Signage, aber nicht jeder Signage-Screen trägt Werbung.
Wo wirkt DOOH am besten?
Dort, wo Menschen Zeit haben oder Entscheidungen treffen: an Bahnhöfen und Flughäfen mit echten Wartesituationen, in Einkaufszentren und am Point of Sale kurz vor dem Kauf, und an frequenzstarken Straßenlagen für Reichweite. Die Umfeld-Wahl ist der größte Effizienz-Hebel einer DOOH-Kampagne.
Wann lohnt sich DOOH, wann klassisches Plakat?
DOOH lohnt sich, wenn Aktualität, Kontext oder Flexibilität zählen: zeitkritische Botschaften, wechselnde Motive, Aussteuerung nach Tageszeit oder Wetter. Klassisches Plakat spielt seine Stärke bei dauerhafter Präsenz aus, an ikonischen Einzellagen und außerhalb der Ballungsräume. Viele Kampagnen kombinieren beides, das Ziel entscheidet über den Mix.
Ist DOOH teurer als klassische Außenwerbung?
Pauschal nein, die Preislogik ist nur anders. DOOH bucht Spots statt ganzer Flächen, dadurch ist der Einstieg oft flexibler und feiner dosierbar als eine Dekaden-Buchung. Auf Kontaktbasis hängt der Vergleich von Standort, Format und Aussteuerung ab. Entscheidend ist, welches Medium das Kampagnenziel effizienter erreicht.
Was kostet DOOH-Werbung?
Das hängt von Standort, Format, Buchungsmodell, Laufzeit und Saison ab, eine pauschale Zahl wäre unseriös. Wichtig zu wissen: Durch die Spot-Logik ist der Einstieg flexibler als bei klassischen Dekaden-Buchungen. Wir kalkulieren jede Kampagne transparent auf das Ziel, hier geht es zur Anfrage.
Wie schnell lässt sich eine DOOH-Kampagne starten?
Deutlich schneller als eine klassische Plakatkampagne, weil Druck und Plakatierung entfallen: Das Motiv wird digital angeliefert und ausgespielt. Der konkrete Vorlauf hängt vom Umfang ab, von der einzelnen Fläche bis zum städteübergreifenden Netz, und von der Verfügbarkeit der gewünschten Screens.
Du planst eine DOOH-Kampagne?
Wir schauen gemeinsam, welche Umfelder für dein Ziel passen: direkt und ohne Druck.
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